Vom 16. bis 19. Februar besuchten Schülerinnen und Schüler der EF des Gymnasiums Schloss Wittgenstein Berlin, um sich intensiver mit den Themen „Judentum in Deutschland“ und „Leben in einer Diktatur“ auseinanderzusetzen.
Am Montag, dem 16. Februar, traf die Gruppe nach der Zugfahrt aus Bad Laasphe in ihrem Hostel nahe des Berliner Hauptbahnhofs ein. Kurz darauf machten sich alle auf den Weg zum Gottesdienst der jüdisch-orthodoxen Gemeinde in der Nähe des Kurfürstendamms. Die Schule pflegt seit über 15 Jahren einen freundschaftlichen Kontakt zu Rabbiner Ehrenberg, der auch in diesem Jahr zentrale Inhalte des Judentums erläuterte. Er betonte, dass der Mensch als Geschöpf Gottes gehalten ist, in Frieden mit seinen Mitmenschen zu leben – unabhängig von Herkunft oder Religion. Viele Schülerinnen und Schüler hatten Fragen zum Ablauf des Gottesdienstes, da ihnen manches ungewohnt erschien. Rabbiner Ehrenberg erklärte geduldig, warum beim Beten mit dem Oberkörper gewippt wird, weshalb Männer eine Kopfbedeckung tragen und warum Frauen getrennt von den Männern sitzen. Die bei diesem Besuch gewonnenen Eindrücke konnten die Schülerinnen und Schüler am Mittwochnachmittag im Jüdischen Museum vertiefen.
Der Dienstag führte die Gruppe nach Potsdam zur Gedenkstätte Lindenstraße, einem ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Stasi, das in seinem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben ist. Dort begegneten sie zwei Zeitzeugen: Herrn Richter und Frau von Pawelsz-Wolf. Herr Richter berichtete von seiner Haft, zu der er verurteilt worden war, weil er DDR-Bürgerinnen und -Bürgern zur Flucht verholfen hatte. Anhand seiner persönlichen Erfahrungen schilderte er die damaligen Haftbedingungen – von Einzelhaft über strikten Kontaktentzug bis hin zur Identitätsnummer, die den Namen ersetzte. Frau von Pawelsz-Wolf engagiert sich für die Gedenkstätte, vermittelt Zeitzeugenbegegnungen und schilderte der Gruppe ihre Kindheitserinnerungen aus dem Potsdam der Nachkriegszeit.
Am Mittwochvormittag besuchte die Gruppe auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten des Kreises Siegen-Wittgenstein, Herrn Büdenbender, den Deutschen Bundestag. Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen Einblick in den Plenarsaal und den Ablauf einer Bundestagssitzung. Der geplante Aufstieg in die gläserne Kuppel des Reichstagsgebäudes musste jedoch wegen Schneeglätte entfallen. Da keine Sitzungswoche stattfand, konnte Herr Büdenbender die Gruppe nicht persönlich empfangen; er wird den Besuch deshalb in der Schule nachholen.
Am Donnerstag trat die Gruppe mit vielen neuen Eindrücken die Heimreise an.
Text: Friedhelm Koch / Mirjam Pulverich
Fotos: Friedhelm Koch


